Nach der Krise kommt der Kran: Bauhauptgewerbe sieht Aufschwung in 2026
Eine langsame Erholung des Bauhauptgewerbes bestätigen aktuelle Daten vom Ende des Jahres 2025 und Prognosen für den Jahresbeginn 2026.
So sieht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der wichtigste Branchenverband für das Bauhauptgewerbe, für 2025 einen realen Umsatzanstieg von 0,6 % und für 2026 ein reales Wachstum von 2,5 % nach Jahren rückläufiger Entwicklung. Diese Zahlen stehen für eine Stimmungs- und Lageverbesserung in der Branche.
Ein wesentlicher Treiber der verbesserten Perspektive für 2026 ist der staatliche Infrastruktur-Investitionsplan in Deutschland, der auf größere öffentliche Bauaufträge und Modernisierungsprojekte abzielt. Laut Reuters-Analyse erwartet die Branche, dass der 500-Mrd.-Euro-Infrastrukturplan der Bundesregierung sowie umfangreiche öffentliche Bau- und Verteidigungsausgaben einen Wendepunkt für das Baugeschäft markieren. Kernaussage: „Nach Jahren rückläufiger Zahlen kehrt Vertrauen in die Bauindustrie zurück … staatliche Investitionen in Infrastruktur werden den Markt beleben.“
Auch das Statistische Bundesamt „Destatis“ meldet einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im November 2025, sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau – ein kurzfristiger Indikator für eine sich anziehende Nachfrage.
So legten auch Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, was der Erwartung einer verbesserten Lage für 2026 zusätzliche statistische Basis gibt.
Treiber der verbesserten Perspektive
Solche öffentlichen Ausgaben sollen vor allem öffentliche Bauprojekte (Straßen, Schienen, Energieinfrastruktur) und damit den Tiefbau stärken und auf längere Sicht mehr Aufträge für Bauunternehmen generieren.
Lage zum Jahreswechsel 2025/2026
Trendwende geschafft
Branchenexperten gehen davon aus, dass die Talsohle Ende 2025 durchschritten wurde. Für die ersten zehn Monate 2025 meldeten Baubetriebe bereits ein reales Umsatzplus von 1,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Wachstumsimpulse für 2026
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet für das Jahr 2026 einen realen Produktionsanstieg von 2,5 %. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sieht ebenfalls erstmals wieder klare Signale für Wachstum und ein verbessertes Geschäftsklima.
Wohnungsbau bleibt Sorgenkind:
Trotz steigender Baugenehmigungen im Jahr 2025 bleibt die Zahl der Fertigstellungen aufgrund langer Vorlaufzeiten vorerst niedrig. Eine spürbare Erholung der Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau wird erst für 2027 prognostiziert.
Öffentlicher Bau als Stütze
Im Gegensatz zum Wohnungsbau zeigt der öffentliche Bau bereits Ende 2025 stabilere Werte und gilt als wesentliche Stütze der konjunkturellen Entwicklung für 2026.
Baupreise
Die Steigerungsrate der Baupreise verlangsamt sich weiter. Nach einem Anstieg von ca. 3,3 % im Jahr 2025 wird für 2026 ein moderaterer Zuwachs von 2,5 % erwartet.
Tarifanpassungen: Zum 1. April 2026 treten tarifliche Lohnerhöhungen von 3,9 % im Bauhauptgewerbe in Kraft, was die Kostenkalkulation der Betriebe beeinflusst.
Politische Impulse
Das am 30. Oktober 2025 in Kraft getretene "Bau-Turbo-Gesetz" soll durch Vereinfachungen im Bauplanungsrecht insbesondere den Wohnungsbau ab 2026 zusätzlich beschleunigen.
Abweichende Erwartungen einzelner
In Thüringen äußert der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen Skepsis über eine starke Auftragsexpansion trotz der staatlichen Investitionsprogramme.
Solche regionalen Einschätzungen zeigen, dass die Verbesserung nicht überall gleich stark spürbar sein könnte – aber der übergeordnete Trend auf nationaler Ebene tendenziell positiv bleibt. hjk/KI
Foto: Malú Pére/pexels
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