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Neue U-Bahnlinie U5: Liebherrs LB 55 arbeitet sich durch Münchens Untergrund

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München investiert kräftig in seine Verkehrszukunft. Mit der Verlängerung der U-Bahnlinie U5 vom Laimer Platz bis Pasing entsteht eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Stadt. Die Erweiterung soll die Verkehrsanbindung im Münchner Westen spürbar verbessern, Engpässe reduzieren und die überlasteten Nahverkehrsachsen entlasten. Drei neue Bahnhöfe sowie mehrere Startschächte und Dichtblöcke müssen dafür tief im Boden verankert werden – eine geotechnische Herausforderung, die präzise und zuverlässige Technik verlangt.


Für genau diese anspruchsvollen Arbeiten setzt die Firmengruppe Max Bögl auf ein Gerät, das für solche Aufgaben konstruiert wurde: das LB 55 von Liebherr. Das neue Bohrgerät wurde erst kürzlich auf der Bauma offiziell an Max Bögl übergeben und kommt nun im Herzen der Landeshauptstadt zum Einsatz.


?Starke Maschine für starke Anforderungen


Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Max Bögl errichtet insgesamt 1.400 überschnittene Ortbetonpfähle. Jeder Pfahl misst bis zu 1.500 Millimeter im Durchmesser und reicht bis zu 50 Meter tief in den Boden.


Um solche Größenordnungen zu bewältigen, braucht es Maschinen mit enormer Leistung. Das LB 55 liefert mit seinem Bohrantrieb 550 Kilonewtonmeter Drehmoment – genug, um Münchens heterogene Bodenschichten zu durchdringen, die aus Kies, Sand, Schluff und Lehmpaketen bestehen.


Der Münchner Untergrund birgt zudem eine Besonderheit: Er ist historisch geprägt. Bei anderen Infrastrukturprojekten wurden immer wieder archäologische Strukturen entdeckt, etwa beim Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke. Dort stießen Archäologen auf mittelalterliche Mauern, alte Brunnenanlagen, Münzen und jahrhundertealte Wasserleitungen aus Holz. Solche Funde zeigen, wie komplex die geologischen und kulturellen Schichten unter der Stadt sind – ein weiterer Grund, warum in München besonders präzise Bohrtechnik gefragt ist.


?Kellybohrverfahren – präzise Technik statt Tiefbau-Mystik


Für die Pfahlgründungen setzt Max Bögl das Kellybohrverfahren ein – eine etablierte, hochpräzise Methode für große Bohrtiefen und Durchmesser.


Eine verständliche Kurzfassung:

 

  1. Ein massives Bohrgestänge („Kelly“) überträgt das Drehmoment in den Boden. Es funktioniert ähnlich wie ein kraftvoller Korkenzieher, der sich Schicht für Schicht nach unten arbeitet.
  2. Der Erdbohrer transportiert das Material nach oben. So entsteht das Bohrloch kontrolliert und formstabil.
  3. Ein Stahlrohr stabilisiert das Bohrloch. Dadurch wird verhindert, dass es während der Arbeiten einbricht.
  4. Das Bohrloch wird mit Beton verfüllt.

So entsteht ein belastbarer, wasserdichter Gründungspfahl. Dieses Verfahren ist ideal für dicht bebauten Stadtraum, komplexe Geologie und große Lasten – also genau das, was München für seine neue U-Bahnstrecke braucht.


?Warum Max Bögl auf das LB 55 setzt


Robert Geitner aus der Abteilung Gerätepark Spezialtiefbau bei Max Bögl erklärt die Entscheidung so: „Wir haben uns aufgrund der herausragenden Leistung für das LB 55 entschieden. Es ist flexibel einsetzbar und kann schnell auf- und abgebaut werden. Die neue Maschine erleichtert unseren Baustellenalltag erheblich, insbesondere bei Bohrpfählen mit großen Dimensionen.“


Auch der Service spielte eine Rolle: Liebherr ist für seine schnelle Unterstützung bei technischen Fragen oder Verbesserungsvorschlägen bekannt – ein wichtiger Aspekt bei eng getakteten Infrastrukturprojekten.


?Ein Fundament für die Zukunft Münchens


Die Verlängerung der U5 ist ein Projekt, das München langfristig prägen wird. Die neue Linie soll Pendlerströme entlasten, Fahrzeiten verkürzen und die Anbindung des wachsenden Stadtteils Pasing weiter verbessern.


Damit dieser Zukunftsplan trägt, braucht es im wahrsten Sinne des Wortes starke Fundamente. Das LB 55 sorgt nun dafür, dass diese zuverlässig in den Untergrund eingebracht werden – Pfahl für Pfahl, Meter für Meter.

 

Bild: Liebherr

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