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Baukonjunkturentwicklung weiterhin sehr positiv

Bauvolumen im Wohnungsbau Grafik DIW
Bauvolumen im Wohnungsbau Grafik DIW

Die durch das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jährlich erstellte Prognose fällt für 2018 und 2019 grundsätzlich sehr positiv aus. Die im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erstellte Prognose beziffert das Bauvolumen in nominaler und realer Rechnung.

 

Modernisierung statt Neubau

 

Schwerpunkt der Investitionen in den nächsten beiden Jahren liegen demnach stärker in Sanierungen und Modernisierungen. Moderat wird die Bautätigkeit der gewerblichen Wirtschaft und die der öffentlichen Hand steigen.

 

Im Gegensatz dazu werden im gleichen Zeitraum laut DIW weniger Investitionen in den Neubau fließen.

 

Steigende Prognosen

 

Der starken Auslastung der Branche geschuldet werden die Preise für Bauleistungen stark steigen. Dies wird sich in einer Steigerung der Löhne sowie der Kosten für Energie, Rohstoffen und Grundstücken niederschlagen. Die realen Zuwächse des Bauvolumens dürften 2018 bei
1,8 Prozent und 2019 bei 2,4 Prozent liegen. Basis für die Wachstumsraten bildet weiterhin der Wohnungsbau mit Wachstumsraten von real 3,5 Prozent in diesem Jahr und weiteren drei Prozent im Jahr 2019. Der öffentliche Bau wird laut Prognose 2018 um 1,6 Prozent verlieren und der gewerbliche Bau 2019 nach einer kurzen Phase der Stagnation in diesem Jahr mit einem Plus  von 2 Prozent einen spürbaren Beitrag zum Wachstum der Branche leisten.

 

Bauwirtschaft an Kapazitätsgrenzen



Zurückgehen wird in den beiden Jahren der Wohnungsneubau. Die Zeiten, in den der Wohnungsbau mit zweistelligen Zuwachsraten von mehr als zehn Prozent glänzen konnte sind laut den Prognosen des DIW nun vorbei. Ursachen dafür liegen laut Ökonomen in der Baulandknappheit in den gefragten Lagen großer Städte sowie der bereits erreichten Kapazitätsgrenzen der Bauwirtschaft. Zusätzlich würden erheblich steigende Bodenpreise sowie steigende Zinsen die Zahl der genehmigten Wohnungsneubauten senken. In diesem Jahr wird das Neubauvolumen noch 8 Prozent betragen. Für 2019 ist nur noch die Hälfte des Wachstums prognostiziert.



Von den sinkenden Prognosen für die Wohnungsneubauten profitieren die Sanierungen und Modernisierungen bestehender Wohngebäude. Laut der Studie sei ein Sanierungsbedarf von gebrauchten Immobilien entstanden. Die nach einem Verkauf übliche Modernisierung der Bausubstanz sei in vielen Fällen bisher nicht vorgenommen werden und stehen nun auf der Tagesordnung. Die Studie geht von einer Verschiebung der Investitionen vom Wohnungsneubau hin zu mehr Modernisierung aus.



Wohnungsbauförderung in Städten



Um die große Nachfrage auf den städtischen Wohnungsmärkten zufrieden zu stellen fordert das DIW von der Politik neben der Baulandentwicklung auch die Schaffung von Anreizen zusätzlichen Wohnraum auf bereits bebauten Grundstücken zu setzen. „Die Aufstockung von Gebäuden, die Bebauung in zweiter Reihe und das Schließen von Baulücken birgt großes Potential, Wohnraum dort zu schaffen, wo die Nachfrage groß ist. Mit einer Investitionszulage für die Nachverdichtung könnte die Politik zusätzliche Investoren aktivieren“, so Claus Michelsen, einer der Autoren der Studie. „Diese Förderung kann in Stadtentwicklungsgebiete fließen und damit zielgenau den Bau dringend benötigten Wohnraums unterstützen“, ergänzt Martin Gornig, der ebenfalls an der Studie gearbeitet hat. Eine pauschale Förderung würde dagegen in der derzeitigen konjunkturellen Lage vor allem in steigenden Preisen verpuffen.


Bild: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

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12.02.2018
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