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Atlas: Neustart mit schwerem Gepäck

Beim Baumaschinenhersteller Atlas zeichnet sich nach der Insolvenz ein Neustart ab – allerdings mit deutlichen Einschnitten für die Belegschaft. Rund 180 der insgesamt etwa 400 Beschäftigten sollen nicht in die neue Struktur übernommen werden, sondern zunächst in eine Transfergesellschaft wechseln. Diese soll den Betroffenen für neun Monate beim Übergang in neue Beschäftigung helfen.

 

Übernahme der Atlas-Gruppe

 

Hintergrund ist die geplante Übernahme der insolventen Atlas-Gruppe durch Buhler Versatile. Der kanadische Landmaschinenhersteller mit Sitz in Winnipeg gehört zur türkischen ASKO Group, einer familiengeführten Industriegruppe mit Aktivitäten im Land- und Baumaschinensektor. Für Buhler Versatile ist Atlas vor allem strategisch interessant: Die Marke bringt jahrzehntelange Erfahrung im Bau- und Umschlagmaschinenbereich, ein bestehendes Händlernetz und Produktionsstandorte in Deutschland mit.

 

Atlas ist kein beliebiger Name im Baumaschinenmarkt. Das Unternehmen wurde 1919 gegründet und ist unter anderem für Mobilbagger, Kettenbagger, Umschlagmaschinen, Zweiwegebagger und Ladekrane bekannt. Die deutschen Standorte sind spezialisiert: In Ganderkesee sitzt der Hauptsitz mit Baggerproduktion, Delmenhorst steht für Ladekrane, Vechta für Komponenten sowie Bagger- und Krananbauteile.

 

Die Übernahme umfasst nach Unternehmensangaben die wesentlichen operativen Gesellschaften der Gruppe, darunter Atlas GmbH, Atlas Spare Parts GmbH, Atlas Group Services GmbH und Atlas Kompakt GmbH sowie Anteile an der britischen Atlas Cranes UK Ltd. Der Kaufvertrag wurde im Juni notariell beurkundet. Der endgültige Vollzug steht jedoch noch unter behördlichem Vorbehalt, unter anderem wegen der Prüfung nach dem Außenwirtschaftsrecht.

 

Angespannte Lage für die Beschäftigten

 

Für die Beschäftigten bleibt die Lage damit angespannt. Einerseits ist ein Investor gefunden, der Atlas industriell weiterführen will. Andererseits bedeutet der geplante Personalabbau einen harten Schnitt. Die IG Metall hatte bereits vor einem Verlust von Know-how gewarnt und mehr Transparenz zu Arbeitsplätzen, Standorten und Tarifbindung gefordert.

 

Damit steht Atlas exemplarisch für viele Sanierungsfälle im Maschinenbau: Die Marke soll bleiben, die Produktion soll weiterlaufen, der Investor bringt Perspektive. Doch bezahlt wird der Neustart oft dort, wo das Unternehmen sein Wissen aufgebaut hat – bei den Menschen, die Maschinen nicht nur verkaufen, sondern bauen können.

 

Bild: Atlas

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