Anzeige

Baugewerbe kritisiert Plšne zur tagesaktuellen Zeiterfassung

1

Arbeitszeiterfassung am Bau ist schon jetzt ein aufwändiges Unterfangen. Innerhalb von sieben Tagen müssen die geleisteten Stunden von jedem – ganz gleich ob sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt – schriftlich erfasst werden. Eine Pflicht, der insgesamt elf Branchen unterliegen, die unter das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz fallen. Und das ist bereits unter den jetzigen Bedingungen eine zeitintensive und sehr bürokratische Angelegenheit.

 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant diese Pflicht ab Oktober noch zu verschärfen und Unternehmen die tägliche Erfassung der Arbeitszeit aufzuerlegen – und dies „...jeweils unmittelbar bei Arbeitsaufnahme“, wie es im Entwurf heißt. Gemeinsam mit dem Anheben des Mindestlohns und der Lohngrenze für Minijobs soll dieses Vorgehen einen Beitrag zu mehr Lohngerechtigkeit leisten. Zudem will Heil damit ein EU-Gesetz umsetzen, wie es in Spanien bereits aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs erzwungen wurde.

 

Das Baugewerbe, das häufig keine feste Betriebsstätte für seine Beschäftigten hat, hält die neue Regelung für zu eng definiert, um auch im Arbeitsalltag ohne zusätzliche bürokratische Belastung umsetzbar zu sein. Eine arbeitstägliche und „manipulationssichere“ Zeiterfassung bedeutet, dass digitale Endgeräte zur Verfügung stehen müssen und am Bau müssen das letztlich mobile Geräte sein. Anders als in Büros, bei denen eine fest installierte Form einer Stechuhr zum Einsatz kommen kann, muss am Bau also in die Anschaffung entsprechender Geräte investiert werden. Gewerke wie etwa Gerüstbauer, die nahezu täglich auf anderen Baustellen tätig sind, müssten jeden einzelnen Mitarbeiter mit einem solchen Zeiterfassungsgerät ausstatten.

 

Auch die bereits für die derzeitige Form der Arbeitserfassung etablierten Vorgänge müssten bei einer tagesaktuellen Erfassung wieder umgestellt werden. Zudem stellt die tägliche Kontrolle, ob wirklich von jedem die Arbeitszeiten eingegangen sind, einen noch größeren Aufwand dar. Daher zeigt sich das Baugewerbe mit dieser erneuten Verschärfung des Gesetzes und der somit wieder einmal gesteigerten Bürokratisierung nicht einverstanden.

 

Das Bundesarbeitsministerium argumentiert dem gegenüber mit einer längerfristigen Einsparung für die Arbeitgeber. Zwar müssten diese geschätzt 465 Million investieren, könnten aber durch die Digitalisierung jährlich um die 290 Millionen bei der Zeiterfassung einsparen. Auch Arbeitnehmerverbände begrüßen das Gesetzesvorhaben als einen Schritt in Richtung größerer Lohngerechtigkeit.

E-Mail  
facebook  
twitter  
whatsapp  
Aktuelle Beiträge aus der Redaktion
Wanted: Frau am Bau
Steine klopfende, Schutt schippende und Bauträger schleppende Frauen waren nach dem Zweiten Weltkrieg ein gewohnter Anb...
BG BAU bietet neue Web-App f√ľr digitale Gef√§hrdu...
BG BAU bietet neue Web-App f√ľr digitale Gef√§hrdungsbeurteilung Berlin, 09.04.2021...
Wohngifte in Altbauten
Asbest, Formaldehyd oder Schwermetalle sind nur eine Auswahl an Gifte, die noch bis zum Jahr 1970 in vielen deutschen...
Ab 1. Mai 2011 gilt f√ľr 8 EU-L√§nder die volle Ar...
Eine Regelung, die am 1. Mai dieses Jahres in Kraft treten wird, spaltet die Lager: di...
News: Produkte, Maschinen u.v.m.
Alles √ľber Kabelverschraubungen
Kabelverschraubungen sind im industriellen Anlagen- und Maschinenbau unverzichtbar. Auch f√ľr Anwendungsf√§...
Bauzement aus Abfallprodukten
Dass die Baubranche f√ľr einen betr√§chtlichen Anteil der CO2-Emmissionen verantwortlich ist , d√ľrfte hinl√§n...
Wirksame Hautkrebs-Pr√§vention f√ľr den ...
Mit dem Voranschreiten des Klimawandels und den damit einhergehenden Hitzewellen in Mitteleuropa...
Corona-Schutzmasken zur Zementoptimierun...
Nachdem die anf√§ngliche Beschaffungsproblematik √ľberwunden werden konnte, wurden sie quasi¬† √...
Statistik
Gezählt seit: 29.09.2010

Seitenaufrufe:
61.512.569
Besucher:
2.461.966
 
Aufrufe heute:
34.982
Besucher heute:
447
Mitglieder:
1.725
Umfrage
Fachkräftemangel - wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?
‚ÄĘ
Gut, wir machen auch viel, um die richtigen Leute zu bekommen und zu halten
‚ÄĘ
Es ist zum Verzweifeln, wir finden nicht genug Leute.
‚ÄĘ
Es geht, aber es ist ein ständiges Rein-und Raus.
 

Kommentare 0 Kommentare 43 abgegebene Stimmen

Anzeige
Baugewerbe Online
Das Branchenportal für das deutsche Baugewerbe. Informativ, innovativ, zielgruppenorientiert! Bei uns werden Sie gefunden und Sie finden alles rund um den Bau! Bauherren finden kompetente Bauunternehmen, Bauhandwerker oder Architekten. Alle beteiligten der Baubranche finden günstige Zulieferer für Baumaterial, Baugeräte und Maschinen, einen großen Anzeigen- und  Jobmarkt, wichtige Termine, aktuelle News aus der Bauwirtschaft und noch vieles mehr!
Sonstiges
Werbung
Musterverträge und Vorlagen
Hilfe
Kontakt
Rechtliches
AGB
Impressum
Datenschutz

Melden sie sich zum Newsletter an...
© Schwarzmeier Mediengesellschaft