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"Roots" bald Deutschlands höchstes Holzhochhaus

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Am Montag, den 15.09.2021 wurde in der Hamburger Hafencity der Grundstein für das – nach Angaben der Stadt Hamburg – größte Holzhochaus Deutschlands gelegt. Das Gebäude namens "Roots" soll 65 Meter hoch in den Himmel ragen und schon 2023 fertiggestellt werden.


Vorteile und Nachteile von Holzbauten


Schon seit Jahrtausenden bauen Menschen Gebäude aus Holz. Dank seiner hervorragenden Klimabilanz boomt der Baustoff weltweit. Denn er ist natürlich, nachwachsend, nachhaltig und seine Tragkraft ist - trotz eines geringen Eigengewichts – höher als die von Beton. Außerdem verbraucht Holz bei der Gewinnung weitaus weniger Energie als die klassischen Baustoffe für Hochhäuser wie z.B. Beton oder Stahl.


Holz als Baustoff bringt leider auch Nachteile mit sich. Obwohl Holz buchstäblich auf Bäumen wächst, ist dieser Rohstoff teurer als Beton. Insgesamt wird der Bau – im Vergleich zu konventionellen Baumethoden – um 12 % kostenintensiver. Zu den hohen Kosten trägt auch die weltweite Holzkrise bei, die das Projekt noch teurer machen könnte.


Hochhaus aus Holz


Das „Roots“ entsteht auf dem exponierten Grundstück, der vorspringenden Kaianlage des Baakenhafens, und soll mit 19 Stockwerken 65 Meter hoch werden. Insgesamt sollen 181 Wohnungen entstehen, davon werden 128 Eigentumswohnungen und 53 öffentlich geförderte Wohnungen sein. Abgesehen vom Treppenhauskern und Fundament werden die tragenden Bauteile als auch die Hülle des 19 Stockwerke betragenen Hochhauses vollständig aus Holzmaterial hergestellt. Das „Roots“ bietet insgesamt eine Fläche von 26.000 m². Das Investitionsvolumen beträgt den Angaben zufolge 140 Millionen Euro. Die eben erwähnte Gesamtinvestition stammt von der Garbe Immobilien-Projekte GmbH, die das Bauvorhaben auch inhaltlich stimmig ergänzt. Bei der voraussichtlichen Fertigstellung zieht die Deutsche Wildtier Stiftung in die untersten Ebenen ein. Diese wird kein Mieter, sondern durch den Kauf Teileigentümer sein. Damit will die Stiftung langfristige Ziele für den Standort verfolgen, die für Besucher auch erlebbar sein sollen.

 

Natur wahrnehmen


Geplant ist auf der 2.200 m² großen Fläche, neben Büros, auch eine umfassende Ausstellung, eine Lernwerkstatt für Kinder, ein Naturfilm-Kino und eine Gastronomie, die hauptsächlich Bio-Produkte aus stiftungseigenen Betrieben verwendet. „Der eine oder andere mag sich vielleicht fragen, was eine Stiftung, der Natur und Wildnis am Herzen liegen, hier in diesem noch jungen Stadtteil Hafencity verloren hat? Meine Antwort ist klar: Genau hier gehören wir hin, genau hier müssen wir die Menschen auch erreichen. Denn nur was der Mensch kennt, das schützt er auch“, so Jörg Soehring, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Das „Roots“ soll nachhaltiges Bauen demonstrieren, gerade wenn es sich um die Klimaziele handelt, führt kaum ein Weg am Baumaterial Holz vorbei.


Der Bau ist wahre Pionierarbeit und brachte vor allem baurechtliche Herausforderungen mit sich. Von der Idee bis zur schlussendlichen Baugenehmigung sollen vier Jahre vergangen sein. Der Grund ist das Fehlen einer standardisierten Berechnungsgrundlage für diese Bauweise. Damit das Projekt, gerade in Punkten des Brandschutzes, ein grünes Licht bekommen konnte, hat die Stadtentwicklungsbehörde extra dafür bestehende Brandschutzregularien eingeführt.


Bauen mit Holz benötigt außerdem eine penibel genaue Planung. Sowohl theoretisch als auch praktisch muss das komplette Gebäude schlüsselfertig durchdacht sein, bis die ersten Teile zugeschnitten werden können. Allerdings kann das Mehr an Planungszeit wiederum beim raschen Aufbau wieder herausgeholt werden.


Insgesamt stehen die Chancen gut, dass das „Roots“ für einige Zeit Deutschlands höchstes Holzhaus werden könnte. Aber auch andernorts wird hoch gedacht. So gibt es beispielsweise Pläne für ein 98-Meter-Holzhochhaus in Berlin.

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