Wohnungsbau sinkt weiter - Tiefstand seit 2012


22. Mai 2026. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Wohnungsbau versprechen derzeit nichts Gutes. Mit vorauseilender Schmerzerwartung stellen sich Baubranche wie Wohnungssuchende auf neue Desaster ein. Ende Mai gab Destatis bekannt: 2025 wurden mehr als 43.300 Wohnungen weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Nämlich nur 172.600 Wohnungen, ein Minus von 20 Prozent. Historischer Tiefstand seit 2012.
Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich (2024: -14,4 % zum Vorjahr), nachdem sie in den Jahren der Ampel-Koalition 2021 bis 2023 jeweils bei rund 294 000 gelegen hatte. Und der Bauhorror hat noch einen Nachschlag parat. Denn die durchschnittliche Dauer zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung eines Wohngebäudes hat sich seit 2020 um 7 Monate verlängert. Zudem erloschen letztes Jahr 35.700 Baugenehmigungen, das war der höchste Wert seit 2002, ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber 2024.
Die fatale Lage kann vom Bauministerium nicht unkomentiert bleiben. Im Interview mit der Rheinischen Post sprach Bauministerin Verena Hubertz (SPD) von schlechten Zahlen, sie seien das "Resultat der vergangenen Krisenjahre". "Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig. Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen".
Die Wohnungsnot den Krisen wohlfeil in die Schuhe zu schieben ist zu einfach.
Stagnation am Bau ist kein Schicksal
Verbände aus Bau- und Wohnungswirtschaft kritisierten die Politik : "Die Fertigstellungszahlen sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis jahrelanger, unzureichender Rahmenbedingungen. Auf verschlechterte Finanzierungsbedingungen wurde mit komplexen, kleinteiligen Förderprogrammen, weiter verschärften Anforderungen und damit Kostensteigerungen reagiert." Auch wenn diese Argumente teils zutreffen mögen, greifen sie zu kurz und sind eher interessengeleitet, wenn es um die Erklärung der aufwachsenden Wohnungnot geht. Denn der Wohnungsmangel hat zwei Aspekte: zu wenig Neubau, zu wenig bezahlbarer Wohnraum. Der Bauturbo kümmert sich im wesentlichen um Förderung des frei finanzierten Wohnungsbaus, es fehlte eine Sozialbindungsquote. Frei finanzierter Neubau kann aber kaum unter 15 bis 20 Euro pro Quafratmeter vermietet werden,. Dringend fehlt es aber an Sozialwohnungen. Mehr Info dazu bietet unsere umfassende Analyse: „Trotz Bauturbo weniger Wohnungen statt mehr“.
Immer weniger Sozialwohnungen
In Deutschland fallen jedes Jahr rund 50.000 bis 60.000 bezahlbare Sozialwohnungen aus der Preisbindung. Weil aber gleichzeitig zu wenig neue Sozialwohnungen gebaut werden, schrumpft der Gesamtbestand unterm Strich netto um etwa 15.000 bis 26.000 Wohnungen pro Jahr, wie diverse Quellen berichten [siehe: 1, 2].
Ein umfassendes Gesamtbild des deutschen Bau- und Wohnungsmarktes geht aus einer anderen Studie hervor, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde.





















