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Aktuelle Beiträge aus dem Baugewerbe

Tatort Baustelle


Diebstahl auf deutschen Baustellen stellt einen ernstzunehmenden wirtschaftlichen Schaden dar.

Die Diebe werden immer frecher. Selbst vor Baustellen machen sie keinen Halt mehr. Dabei muss ja oft nur der Bauzaun überwunden werden und keine Türen und Fenster aufgebrochen werden wie bei einem Wohnungseinbruch.

 

Baustellen sind meistens nicht so ausreichend gegen Einbruch und Diebstahl gesichert wie Häuser und Wohnungen. Auch wenn der Bauzaun mit einem schweren Schloss verriegelt ist, können die Diebe darüber klettern oder kommen sogar unbemerkt mit einer Leiter. Beliebt sind bei den Einbrechern Baustellen-Container, Kabel und Baugerüste. Selbst ganze Fahrzeuge verschwinden. An den nahezu täglichen Kraftstoff-Diebstahl haben sich die Bauarbeiter fast schon gewöhnt.

Ein Diebstahl auf einer Baustelle ist als solcher für mögliche Zeugen nur schwer zu erkennen, auch wenn dieser am hellen Tag stattfindet. Da es nicht ungewöhnlich ist, dass Gerüste in regelmäßigen Abständen von Baufirmen auf- und abgebaut sowie transportiert werden, ist für einen Beobachter kaum festzustellen, wann es sich um einen unerlaubten Abbau handelt. Denn der Dieb stammt meistens aus dem unmittelbaren Umfeld der Baustelle. Durch „Insiderwissen" von Firmenangehörigen bekommt er die wesentlichen Hinweise über die Baustelle. Von daher ist größeres Mißtrauen angesagt.

Die Baufirmen leiden nicht nur unter dem Diebstahl, sondern zusätzlich unter den Verzögerungen, die der Verlust von Material und Geräten nach sich zieht.

Die Ware muss neu bestellt und angeliefert werden. Infolgedessen verzögert sich die Baumaßnahme, und weitere Termine können unter Umständen nicht eingehalten werden.

 

Ärgerlich an den Einbrüchen ist, das weder die Bauwesen- noch die Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen. Den Bau-Container abzuschließen ist selbstverständlich, aber kein wirksamer Schutz gegen Raub. Große Maschinen z.B. lassen sich nicht immer einschließen, da dies zu teuer ist und zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Aufklärungsquote von Baustellendiebstählen ist gering. Das gestohlene Material wird überwiegend an Schrotthändler und ins Ausland verkauft. Mit Broschüren will die Polizei Altwarenhändler direkt vor dem Ankauf gestohlener Ware warnen.

 

Was tun? Man kann mehr Sicherheitspersonal anstellen, was rund um die Uhr die Baustelle bewacht. Das ist aber sehr kostenintensiv. Einzelne Baumaschinenhersteller rüsten ihre Geräte bereits mit Wegfahrsperren aus. Versicherungsunternehmen denken über Satellitenortungsanlagen nach.

 

Das Unternehmen INAU stellt Funk-Transponder und Überwachungskameras her für den Objektschutz. Mit sechs Funk-Transpondern kann man z.B. drei Bau-Container, zwei Baumaschinen und ein Rohrlager wartungsfrei sichern. Zusätzlich erforderlich ist eine mobile Zentrale. Die Arbeitsdistanz zwischen den Komponenten kann bis zu 250 Meter betragen. Wenn die Tür eines Containers unrechtmäßig geöffnet wird, der Versuch einer Manipulation am Fahrzeug erfolgt oder der statische Zustand des Rohrlagers verändert wird, erfolgt eine Alarmauslösung über die Zentrale.

 

Bei dem erweiterten Objektschutz mit Videounterstützung kommt es darauf an, diese Technik an neuralgisch gefährdeten Punkten einzusetzen, z.B. am Eingangstor, Lagerplatz, Container-Standort, und dies möglichst einfach und sabotagesicher. Eine dritte Kontrollmöglichkeit ist eine 360 Grad-Videokamera, mit der man von einem zentralen Punkt das gesamte Objekt überwachen kann und bis 36 fach heranzoomen kann. Mit der Videokamera kann die Situation auf der Baustelle jederzeit beobachtet werden. Eine zusätzliche Abschreckung stellt die nächtliche Beleuchtung der Baustelle dar.



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