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Wohnen wie gedruckt – In Texas entsteht größte 3D-Druck-Siedlung der Welt

Skizze zum 3D-Druck eines Hauses
Skizze zum 3D-Druck eines Hauses

Die klassische Baustelle zum Errichten von Häusern zeichnet sich durch Kräne, Betonmischer und -pumpen, Ziegel und natürlich durch Maurer und andere Handwerker aus. Im texanischen Austin wird es Anfang kommenden Jahres eine Baustelle der etwas anderen Art geben. Sie wird im Wesentlichen aus einem riesigen 3D-Drucker und einem speziell für diesen gefertigten beton-haltigen Baustoff namens Lavacrete bestehen. Daraus werden dann 100 Wohnhäuser gedruckt. Zumindest das erste Stockwerk kommt dabei aus dem Drucker, weitere Stockwerke oder auch das Dach werden dann in konventioneller Bauweise draufgesetzt. Anfang 2022 soll es in Austin losgehen und im selben Jahr sollen auch viele der Wohnhäuser fertiggestellt sein.

 

Die Technologie des 3D-Drucks ist ja schon länger bekannt und sie ist gerade im Handwerk bereits verbreitet, allerdings bisher eher, um Komponenten herzustellen. Eine 3D-Baustelle diesen Ausmaßes ist jedoch „Weltrekord“. Verwirklicht wird sie durch eine Kooperation des US-amerikanischen Bauunternehmens Lennar und dem 3D-Spezialisten ICON. Letzterer hat dafür den Konstruktionsdrucker Vulcan entwickelt. Der Grundriss der Häuser wird durch robotergesteuerte Pumpen, die den Baustoff Lavacrete ausbringen, schichtweise erstellt. Die durch die Schichten entstehenden Rillen bleiben nach außen hin sichtbar und geben gemeinsam mit den ebenfalls durch den Drucker entstehenden Rundungen der Wandabschlüsse den Häusern ein unverwechselbares Design. Die Gestaltung der Häuser wurde vom dänischen Architekturbüro BIG übernommen und sieht neutrale Farben für das Äußere des Erdgeschosses sowie Dachaufbauten mit großen Solarpanels vor.

 

Nahaufnahme von Betonschichten aus dem 3D-Drucker
Nahaufnahme von Betonschichten aus dem 3D-Drucker

ICON und Lennar sehen mit der 3D-Drucker-Baustelle gleich mehrere aktuelle Probleme im Wohnungsbau gelöst, nämlich die Materialknappheit ebenso wie den Fachkräftemangel. Gerade in den USA, wo viele Wohnhäuser noch durch Holzrahmen erbaut werden, kann also somit weitgehend der Lieferengpass für Holz umgangen werden. Und auch die für die Erstellung des Rohbaus benötigte Manpower ist beim 3D-Druck deutlich geringer als am konventionellen Bau. Zudem ist der 3D-Rohbau eines ICON-Hauses innerhalb von fünf bis sieben Tagen fertiggestellt und kann somit auch in puncto Schnelligkeit, die beim Mangel von Wohnraum vonnöten ist, punkten.

 

Die Häuser sollen zu marktüblichen Preisen erhältlich sein, also nicht teurer sein als vergleichbare konventionell erstellte Häuser. Die Anbieter bezeichnen die Beständigkeit des Baustoffes als vergleichbar oder gar besser als herkömmliche.

 

Übrigens: ICON ist nicht nur Vorreiter, wenn es um die innovative Errichtung von Wohnhäusern hier auf Erden geht. Das Unternehmen arbeitet mit der NASA auch an der Entwicklung von Behausungen auf dem Mond und dem Mars.

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16.11.2021
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